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Laubholz-Mistel

(Viscum album)

II — IV Home auf Pappel, Weide, Apfelbaum u.a.
40 — 80 cm Ø indigen LC
auf Weiden
Synonym: Viscum album ssp.album. Nanophanerophyt, coll-um. Die Art schmarotzt nur auf Laubhölzern. Die meist kugelige Frucht ist weiß. Die Laubblätter sind 3 — 7 cm lang und 2 — 4 mal so lang wie breit. Auf Pappel, Weide, Apfelbaum, seltener auf Linde, Birke, Ahorn, Birnbaum (Lit). Die häufige Art kommt in allen österreichischen Bundesländern in allen Naturräumen vor (Lit). Weltweite Verbreitung und Gefährdung siehe Royal Botanic Gardens KEW.
 
auf Weide
Aufnahmen: 01.06.2013 Au beim Weikerlsee
 
mit Blüten und Früchten
Mit Blüten und Früchten. Aufnahme: 23.02.2022 Au beim Weikerlsee
 
Beeren
Die Laubholzmistel ist eine Halbschmarotzerpflanze. Der keimende Samen treibt über seine Wurzeln Senker (Haustorien) in das Holz (Xylem) der Wirtspflanze und entnimmt dort Wasser und von der Wirtspflanze aufgenommene Mineralstoffe. Die Äste sind dichasial verzweigt. Sie sind grün: Es fehlt durchwegs eine Borke. Unter einer dicken Cuticula befindet sich viel Assimilationsgewebe mit reichlich Chloroplasten. 3 Beeren pro Fruchtstand. In den Beeren befinden sich 2 Samen in einer zellfreien, leimartigen Masse.
 
Leim
Aus dem Beereninhalt gezogener "Leimfaden". Die Masse ist sehr klebrig und dient zum Befestigen der Samen an Laubbaumästen. Als Verbreiter fungieren Vögel.
 
Haustorien
Werwachsungszone Mistel/Laubbaum angeschnitten und angeschliffen: Man erkennt in der Mitte deutlich die Kontaktstelle zwischen den beiden Xylemstrukturen. Rechts sieht man zwei zapfenartige Erweiterungen nach unten in das Wirtsxylem hinein: Die Senker (Haustorien).
 
Rindenparenchym
Querschnitt durch das Rindenparenchym eines Mistelzweiges. Auffallend ist die wellig genoppte Cuticula. Links (weiß und leider unscharf): Einer der 10 im Kreis angeordneten Bastfaserstränge.
 
Epidermiszellen
Nach der dicken Cuticula folgen relativ flache Epidermiszellen, anschließend großlumige Zellen mit zahlreichen Chloroplasten. Es fehlt ein Phellem, daher erscheinen alle Mistelästchen grün.
 
Habitus
Aufnahme: 06.02.2005 St. Leonhard bei Pucking

Wikipedia

Aus der Flora von Oberösterreich 1883

"1036. V. album L. (Weissbeerige M. — Baumistel. — Vogelleimbeer. — Leimmistel.)
Sträuchlein vom Grunde aus gabelspaltig-ästig gegliedert, an den Gliedern zerbrechlich, mit grüner etwas rauher Rinde, stielrund oder stumpf kantig auf den Bäumen sitzend, kahl wie die ganze Pflanze. Blätter gegenständig-sitzend, keilförmig-länglich oder lanzettlich, ganzrandig, stumpf, lederig, immergrün, an weiblichen Pflanzen olivengrün, an männlichen meist gelblich, Blüthen 2häusig zu 3 — 5 in end- und gabelständigen Knäueln, gelb oder gelbgrün, lederig. Beeren trübweiss, milchglasartig durchscheinend, voll äusserst, zähen, klebrigen Saftes. Aus den Beeren wird durch Einkochung des Saftes der bekannte Vogelleim erzeugt.
Februar — März


Auf Obstbäumen, besonders auf Aepfel- und Birnbäumen vernachlässigter Baumgärten und in Alleen, z B. auf Birnbäumen an der Eisenbahn beim Wirthe an der Wies in Urfahr, in Bauernhöfen bei Magdalena, Katzbach, auf Aepfelbäumen bei St. Peter, häufig in Mistelbach bei Alkoven, in der Scharten bei Eferding s. zerstreut. Seltener auf Weiden und Pappeln, in Auen der Donau. Auf Ahornbäumen, z. B. am Wege von Ischl nach Strobl oder auf Rothbuchen und Mehlbeerbäumen, z. B. zwischen St. Gilgen und Mondsee. Auf Ausläufern des bairischen Waldes im oberen Mühlkreise, auch auf Nadelholz."

Aus: Duftschmid, J.: Die Flora von Oberösterreich, III. Band (Seite 307), Linz 1883, Verlag Ebenhöchsche Buchhandlung.
Zum Ortsverzeichnis einiger der bei Duftschmid angegebenen Standorte

 

 Letzte Bearbeitung 13.10.2026

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